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"Missional" ist ein Schlagwort welches seit einigen Jahren in christlichen Kreisen mehr und mehr Gebrauch findet. Oft bleibt die Bedeutung allerdings im Nebulösen, wird das Wort zu einer Floskel. Dabei handelt es sich um so viel mehr als eine Floskel. Mit dem Missionalen ist kein neuer Anstrich, keine neue Methode und kein neues Modell von Glaube oder Gemeinde gemeint. Es geht vielmehr um ein Paradigma. Ein Paradigma welches das (Glaubens- und Gemeinde-)Leben von Jesus her definiert und an der Mission Gottes ausrichtet. Dabei steht die Überzeugung im Hintergrund, dass Gott heute noch ein Anliegen, einen Traum, eben eine Mission mit dieser Welt verfolgt. An dieser Mission hat sich Jesus orientiert und diese Mission Gottes ist der Auftrag und Anspruch an jeden, der sich ein Nachfolger Jesu nennt.
Kurz: "Missional" meint ein Art Glauben und Gemeinde zu leben, die sich an der Mission Gottes orientiert.
Damit ist der Begriff des Missionalen aber nur zur Hälfte charakterisiert. Zur Bedeutung gehört ebenso ein zweiter Aspekt, und zwar der der Inkarnation. So wie Jesus sich in diese Welt inkarnierte - er wurde einer von uns, ein Mensch, er lebte mitten unter uns - so geht es beim Missionalen ebenfalls darum, den Glauben und Gemeinde mitten in dieser Welt zu leben, statt auf heilige Räume (Kirchengebäude), bestimmte Zeiten (Sonntags), ausgebildete Professionelle (Pastoren, Priester, etc.) oder bestimmte Veranstaltungen (Gottesdienste etc.) fixiert zu sein. Eine Unterteilung in "heilig" und "profan/sekular" macht dann keinen Sinn mehr. Stattdessen geschieht Gemeinde mitten in der Welt, in der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz, im Cafe, im Stadtteil, etc.
Jesus ist auch hier das beste Beispiel: Liest man die uns vorliegenden Texte über Jesus aufmerksam, so wird von ihm ein Bild gezeigt, wonach er mitten im Leben stand. Er ging auf wilde Parties und liebte es offensichtlich mit anderen zu feiern. Er war ständig in den Dörfern und Städten - auf den Marktplätze, in den Privathäusern, an den Arbeitsplätzen der damaligen Zeit, einfach überall - für das Wohl anderer aktiv. Er war ambitioniert und unerschrocken, ja geradezu wagemutig in dem was er tat. Er lebte Beziehungen in ihrer ganzen Intensität und auf allen Ebenen.
Kurz: Missional meint eine Art Glauben und Gemeinde zu leben, die sich an der Mission Gottes orientiert und mitten im Leben stattfindet - weshalb man genau genommen von einer missional-inkarntorischen Art zu leben spricht. Beides gehört zusammen, das Missionale und das Inkarnatorische
Dieses missional-inkarnatorische Paradigma kann sich in unterschiedlichsten Ausdrucksformen zeigen. Die Expressionen sind vielfältig, weshalb es im Missionalen auch kein "one-size-fits-it-all"-Modell mehr geben kann. Also keine Einheitsware. Stattdessen sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Einige Prinzipien haben alle Ausdrucksformen allerdings gemeinsam:
- Das Leben wird immer am Vorbild Jesu orientiert.
- Das Mitwirken an Gottes Mission gehört zum Selbstverständnis
- Es geht letztlich immer um Gemeinschaft, also Gemeinde (Gemeinde definiert als eine Gemeinschaft mit Jesus im Zentrum)
- Die Gemeinschaft ist nach außen orientiert (externally focused) statt nach innen gewandt oder gar für sich zu existieren
- und weitere
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